Kurze oder lange Haare

So wandelbar die Frisurenmode in der Geschichte der Menschheit auch war, so kristallisierte sich in den mittleren Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts doch eine ungeschriebene Regel heraus...

Bis auf wenige Ausnahmen trugen Frauen langes Haar und Männern blieb der Kurzhaarschnitt vorbehalten. Natürlich gab es stets modische Trends, die das anders sahen. Dennoch war die Verteilung langer und kurzer Haare bei Männern und Frauen recht häufig getrennt.

Das lag sicherlich an den Arbeitsbedingungen der industrialisierten Welt. Während der Mann mit oder an Maschinen arbeitete, in denen sich schnell langes Haar verfangen konnte, hatten Frauen meist Tätigkeiten inne, die weniger gefährlich waren. Daraus entstand für Frauen die Möglichkeit, die Haare länger zu tragen. Bei Männern hingegen war der kurze Haarschnitt eher eine Notwendigkeit.

Doch lassen sich diese Regeln, die ohnehin nie strikt feststanden, heutzutage nicht mehr aufrecht erhalten. Die Mode hat sich verändert und wird universeller. Trennlinien bestehen scheinbar nur noch, um überschritten zu werden. Männer mit Ringen, Ohrringen und langen Haaren sind ebenso wenig eine Seltenheit wie Frauen mit kurzem Haar oder Glatze. Was für das eine Geschlecht gilt, ist für das andere nicht mehr verboten.

Hauptsächlich entscheidend sind nunmehr ästhetische Gesichtspunkte: Jeder trägt, was ihm oder ihr gefällt. Die Auswahl dabei ist riesig, neue Trends werden stets entwickelt. Wer den einen nicht mitmacht, springt eben auf den Zug des nächsten. Auch die Hemmschwelle für extremere Frisuren ist nicht mehr so hoch wie ehedem: Brauchte Frau einstmals noch etwas Mut für einen Kurzhaarschnitt, so fällt sie damit heute gar nicht mehr auf.

Daneben rücken die rein funktionalen Aspekte bei der Frisurenauswahl eher in den Hintergrund: Sicherlich gibt es noch Berufe an Maschinen, bei denen der Kurzhaarschnitt Pflicht ist. Aber über Haarbänder, Mützen und sonstige Kopfbedeckungen lässt sich auch hier die Gefahr mindern, die langen Haare können sich verfangen und zu ernsthaften Verletzungen führen. In ungefährlichen Berufen ist ohnehin erlaubt, was gefällt.

Wer vor der Frisurenwahl steht und für sich die Frage nach langem oder kurzem Haar beantworten möchte, sollte zunächst auf seine Wünsche hören. Doch ist hierbei guter Rat teuer, denn nicht jede Wunschfrisur steht dem Träger ausgezeichnet. Eine vorherige Erkundigung beim Friseur ist also unabdingbar. Wer es noch professioneller wünscht, kontaktiert einen Typ-Berater.

In die Frage, wie die Frisur zu gestalten ist, können dann auch funktionale Kriterien einfließen. Damit am Ende der Haarschnitt gut aussieht, praktisch ist und der Person gefällt. Nur mit dem Gesamtpaket lässt sich ein zufriedener Frisurenträger erreichen.

KW 47 - Freitag, 24. November 2017